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Magische Rituale. Ein praktischer Lehrgang
Dolores Ashcroft-Nowicki

Bauer 2000, ISBN 3-76260-738-9

Magische Rituale BuchcoverFrau Ashcroft-Nowicki, ihres Zeichens führendes Mitglied der Servants of the Light stellt in diesem Buch Rituale vor, die in allererster Linie die in etwa als rosenkreuzerisch zu bezeichnende Spiritualität ihrer Organisation untermauern sollen. Der in den USA populäre Stil des psychologisierten, passiven "Golden Dawn light" wird hier noch weiter verwässert und auf nahezu ausschließlich quasireligiöse und autosuggestive Elemente reduziert. Letztlich kann bei "Magische Rituale" zwar durchaus noch von Ritualen, aber kaum von Magie im Sinne von initiatorischer Erkenntnis, Bewußtseinserweiterung und - jetzt kommt das böse Wort - Macht gesprochen werden. Stattdessen werden Praktiken, die häufig an Intensität einen Meditationskurs für Anfänger noch unterbieten, mit unangemessenen Mysterienphrasen großgeredet.
Aber dennoch: es ist beachtenswert, was die Autorin mit diesem hohen Preis erkauft hat. Sie hat es geschafft, einen wirklich sanften, im positiven Sinne anspruchslosen Einstieg in magisches Zeremoniell zu bieten, der auch für absolute Neulinge ohne fremde Hilfe durchführbar ist. Das Buch ist als Lehrgang angelegt, dessen nomineller Zeitrahmen mit einem Jahr äußerst großzügig gewählt wurde. In diesem Jahr erhält der Leser des Buches Kenntnisse in Basistechniken und grundlegenden Lehren des genannten magischen Weltbildes und - das ist wohl das größte Verdienst der Autorin - er ist gezwungen, viel nachzudenken. Ashcroft-Nowicki hat es mit ihrem stark ideologisch geprägten Ansatz leicht, die Bedeutung eines magisch-spirituell geprägten Weltbildes für die Ritualpraxis hervorzuheben. Gerade dem durch das Buch angesprochenen Anfänger ist damit viel mehr geholfen als mit den üblichen "Zusammenfassungen" des magischen Weltbilds, wie man sie in zahllosen Einsteigerbüchern kurz vor der langen Liste unzureichend beschriebener Rituale findet.
Drei SterneIm Gegensatz zu diesen beschreibt das hier vorgestellte Werk ausführlich vergleichsweise komplexe Rituale. Auch wenn wie gesagt nicht besonders viel Magie im engeren Sinne darin stattfindet, kann der psychodramatische Effekt, den vor allem die letzten Riten erzeugen, sehr interessant sein. Allerdings gibt es an den Ritualanweisungen auch einiges zu bemängeln. Zum einen sind die Anrufungen darin so lang und dabei exakt vorgeschrieben, daß fast alle Rituale tagelanges Auswendiglernen der Texte oder ein Textblatt zum Ablesen erfordern. Zum anderen schreibt die Autorin eine gewaltige Liste von materiellen Hilfsmitteln vor, die sie penibel beschreibt, ohne dem Anfänger, der es nicht besser weiß, den Hinweis zu geben, daß die Rituale auch ohne beispielsweise die genau festgelegte Form der Kerzenhalter funktionieren. Dieses Manko ist es, das den fünften Punkt kostet, während den vierten ein ideologisch und praktisch weniger dogmatisches Buch erhalten hätte. Es bleiben drei Sterne für ein Buch, das immerhin unsicheren Einsteigern in die westliche Magie dennoch empfohlen werden kann.

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