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Das Luzifer-Ritual oder "non serviam"
Frater Sursum ad Lucem

Bohmeier Verlag 1998, ISBN 3-89094-315-2

Luzifer-Ritual BuchcoverEs gibt Magier, die dieses sehr kurze Buch für den größten Witz seit dem "Sechsten und Siebten Buch Mosis" halten. Mit diesem berühmten "Zauberbuch" hat es zumindest gemeinsam, daß der wesentliche Grund für seine Bekanntheit der mehr als dreist formulierte Titel sein dürfte. Es haben wohl eine große Zahl von Satanisten und anderen finsteren Gesellen das Buch erworben, weil sie eine Anleitung zur Teufelsbeschwörung zu erhalten glaubten.
Stattdessen präsentiert Frater Sursum ad Lucem einen Text, der (wohlwollend) ein Bericht über die Erfahrung luziferianischer Gnosis und (weniger wohlwollend) vollkommen nutzlos genannt werden könnte. Die zweite Sichtweise - und damit die der Mehrheit der potentiellen Leser - wird hier bewußt ausgeklammert, da sich eine Rezension darüber erübrigt. Was taugt "Das Luzifer-Ritual" nun als Erfahrungsbericht über luziferianische Gnosis?
Offen gestanden nichts. Frater Sursum ad Lucem schwadroniert über weite Teile des Textes hinweg über Oberflächlichkeiten, die nur vollkommenen Neulingen zum Thema interessant erscheinen können. Dabei ist er in Erklärungsweise und Wortwahl aber viel zu fordernd für diese Zielgruppe. Der gesamte nicht-praktische Teil des Buches ist damit nur für diejenigen von einer gewissen Faszination, die an einer fundierten Anleitung zur tatsächlichen Umsetzung des Gelesenen ohnehin nicht interessiert sind.
Der Praxisteil, also die Beschreibung des eigentlichen Rituals, kann durchaus für Erheiterung sorgen. Höchst umständlich werden die umfangreichen materiellen Hilfsmittel für ein Ritual geschildert, das im Kern eine vollkommen simple Luziferinvokation ist. Eine solche Invokation kann jeder, der die knappen Anweisungen zu den eigentlichen rituellen Handlungen ("Meditation über das Luziferprinzip") nachvollziehen kann, auch ohne dieses Buch durchführen. Tatsächlich ist die Beschreibung der psychologischen und psychedelischen Effekte des Rituals so viel umfangreicher als die essentielle Ritualanweisung, daß sich der Eindruck aufdrängt, das Buch solle in allererster Linie unerfahrene Leser beeindrucken, ohne diesen Effekt jedoch in einen Lernprozeß zu lenken.
Ein Stern Kurz: das Buch ist nahezu unbrauchbar. Sein Erscheinen auf dem Buchmarkt kann nur mit Selbstüberschätzung des Autors, der nur zu offensichtlich gern Frater V.'.D.'. wäre, sowie spektakulärer Skrupellosigkeit des Verlages erklärt werden. Seinen einen Stern erhält es nur für die unfreiwillige Komik der "Poesie" des Autors, von der es nicht verwundern sollte, würde sie von Chaosmagiern zum Bannen statt zum Anrufen verwendet. ;-)

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