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Das Hexagrammritual, traditionelle und progressive Formen in Theorie und Praxis
Joe Asmodo

Bohmeier Verlag 1993, ISBN 3-89094-263-6

Hexagramm-Ritual BuchcoverEs bedarf keiner großen Kombinationsgabe, dieses Buch als Fortsetzung und Erweiterung zu den (wesentlich bekannteren) "Pentagrammritualen" vom selben Autor zu erkennen. Folgerichtig ähnelt es diesem Buch darin, daß es die selbe kompetente Erklärungsweise, den selben quantitativ mageren Inhalt und den selben unverschämten Preis aufweist.
Bei der Ähnlichkeit bleibt es nicht: es sind sogar einige Abschnitte vollkommen identisch, was Joe Asmodo mit deren Notwendigkeit für beide Ritualformen zu begründen sucht. Diese darf zumindest für die Abschnitte über die Konstruktion des Baumes des Lebens und die Mittlere Säule durchaus bezweifelt werden.
Doch das ist im wesentlichen auch schon alle Kritik, die sich zu diesem Buch anbringen läßt. Die Abschnitte zum eigentlichen Thema sind nicht nur von der selben souveränen Didaktik geprägt, die auch schon die "Pentagrammrituale" auszeichnete, sie vermitteln auch eine enorme Menge an Inhalt ohne wesentliche Fehler (von den üblichen paradigmatischen Scheuklappen abgesehen). Joe Asmodo geht über die traditionellen Hexagrammrituale teilweise erheblich hinaus und präsentiert beispielsweise Ideen über die rituelle Arbeit mit den Mondknoten, die sicherlich nicht jedermanns Zustimmung finden werden, in ihrer Originalität immerhin aber die Bezeichnung "progressiv" rechtfertigen. Angenehmerweise hat der Autor auch in Sachen Verweise auf andere Literatur dazugelernt.
Drei Sterne Insgesamt kann das Werk, unter dem Vorzeichen seiner starken Spezialisierung, vor allem Anfängern empfohlen werden. Zwar macht es insgesamt einen etwas ungeschliffenen und unvollständigen Eindruck, der aber bei einem Buch zu diesem Thema, das notwendigerweise im Spannungsfeld zwischen "Das magische System des Golden Dawn", "Magick" und der hermetischen Astrologie stehen muß, leicht noch wesentlich deutlicher hätte ausfallen können. Der prinzipiell verdiente vierte Stern fällt dem Verlag zum Opfer: nicht nur ist das Buch (oder Heft) schlicht zu teuer, auch Druck, Lektorat und Bindung sind offensichtlich unter nicht qualitativen, sondern finanziellen Gesichtspunkten gewählt worden. Eigentlich schade.

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