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Handbuch der Chaosmagie
Frater .717.

Bohmeier Verlag 2002, ISBN 3-89094-257-1

Handbuch der Chaosmagie BuchcoverDieses Buch ist in den Jahren seit seinem Erscheinen ein echter Klassiker geworden, das sich in den Bibliographien vieler späterer Veröffentlichungen wiederfindet. Der wesentlichste Grund für diesen Erfolg dürfte sein, daß Frater .717. darin viele grundlegende Praktiken - wie Sigillenmagie oder bestimmte Bannrituale - nahezu ohne einen ideologischen Überbau vermittelt. Er macht damit die Praxis verschiedener magischer Schulen, wie der Chaosmagie, des Zos Kia Kultus, der modernen Runenmagie und des Golden Dawn, jeweils denjenigen zugänglich, die keinen Drang verspüren, die jeweiligen Lehren nach Praxisinformationenen zu durchkämmen. Es steht der Hammerritus Edred Thorssons neben William Grays OMNIL-Formel, Meditationstechniken neben Necronomicon-Ritualen und das Inverse bannende Pentagrammritual neben dem Ursprünglichen.
Die Kürze der Darstellungen bedingt, daß fast nichts ausführlich genug erklärt wird, um für völlige Neulinge verständlich zu sein. Das ist jedoch ausnahmsweise kein Negativpunkt, da Frater .717. ausdrücklich nicht den Anspruch erhebt, in seinen Erklärungen tiefgründig und umfassend zu sein, sondern nur Inspirationen zur eigenen Arbeit und Anregungen zum Experimentieren geben möchte. Diesem - und nur diesem! - Anspruch genügt das Werk in geradezu brillanter Weise. Da sein Schwerpunkt eindeutig in der rituellen Magie liegt, kommt ein großer Teil dieser Leistung dem aufgeschlossenen Ritualmagier zugute. Insbesondere die umfangreicheren Riten in der zweiten Hälfte des Buches dürften selbst den fleißigsten Ritualisten wochenlang beschäftigt halten. Alle Anweisungen werden schlüssig und nachvollziehbar gegeben, freie Interpretation ist möglich, aber selten notwendig. Die Korrespondenzentabellen wirken knapper, als notwendig gewesen wäre - Basisinformationen zu nicht ganz so verbreiteten Systemen, wie beispielsweise den "Farben der Magie" oder den transsaturnischen Planeten hätten gut hineingepaßt.
Fünf SterneDamit endet diese Rezension bereits, denn weitere Kritik scheint schlicht nicht gerechtfertigt. Das Buch richtet sich, wie gesagt, an experimentierfreudige, fortgeschrittene Ritualisten aller Traditionen und aus Sicht dieser Zielgruppe ist nicht weniger als die Höchstwertung richtig und angemessen. Das "Handbuch" ist zu Recht ein Standardwerk der modernen Magie.

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