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Das Auge im Tetraktys

Diese Meditation bedient sich des pythagoräischen Symbols Tetraktys. Dieses Symbol stellt ursprünglich die Schöpfung und deren innere Harmonie dar, worin es dem kabbalistischen Baum des Lebens stark ähnelt. Wahrscheinlich abweichend vom Symbolverständnis der Pythagoräer - die die vier Elemente immerhin kannten - wird hier der oberste Punkt des Tetraktys dem Element Feuer, die zweite Reihe der Luft, die dritte Reihe dem Wasser und die vierte der Erde zugeordnet.
TetraktysIn der Meditation werden diese zehn den Elementen zugeordneten Punkte mit dem eigenen Körper assoziiert. Dabei gehört der Feuerpunkt zum Gehirn, die zwei Luftpunkte zu den Lungenflügeln, die drei Wasserpunkte zu den drei wichtigsten Verdauungsorganen (Magen, Leber und Darm) und die vier Erdpunkte zu den Ober- und Unterschenkeln. Wer das magische System von Franz Bardon kennt, wird dort eine Parallele zu dieser Zuordnung finden. In einer Sitzposition wie auf dem Bild zu sehen ergibt sich so annähernd ein vom Körper gebildetes Tetraktys.

Tetraktys-MeditationNormalerweise führt man diese Meditation im Schneidersitz, Halblotussitz oder Lotussitz aus - oder in jeder anderen Haltung, die sich mit der Dreiecksform des Tetraktys assoziieren läßt. Mit etwas Erfahrung genügt es auch, sich nur vorzustellen, man säße so. Nun gilt es, die zehn Punkte des Tetraktys im eigenen Körper zu finden. Wie die Assoziation von Körper und Elementen-Tetraktys aufgebaut wird, ist beliebig. Es können beispielsweise Visualisierungen oder Invokation der Elemente in die Körperteile verwandt werden. Die Reihenfolge ist intuitiv wählbar.

Bei den Pythagoräern zum Beispiel entwickelt sich das Tetraktys von oben nach unten. Es ist übrigens sinnvoll, die einzelnen Schritte des Aufbaus des Symbols durch Mantren, zum Beispiel zugeordnete Gottesnamen oder die Namen der Elemente, zu unterstützen.

Wenn die zehn Punkte klar wahrnehmbar sind, mach Dir bewußt, daß die zehn Punkte im Gesamtsymbol Tetraktys eine Einheit bilden. Dadurch entwickelt sich ein Bewußtseinszustand, der die physischen und energetischen Körper harmonisiert und stärkt. In diesem Moment bist Du mit dem Tetraktys, also mit der gesamten Schöpfung, magisch identisch. Solange Du Dir das aufgebaute Bild bewußt machst, findet die Harmonisierung statt. Die Meditation ist vergleichsweise "physisch" oder "grobstofflich" und eignet sich zur Beruhigung, Erdung, Selbstheilung und als Vorbereitung auf schöpferische Arbeit. Wenn dieser Effekt in zufriedenstellender Weise erreicht ist, kann die Meditation langsam beendet werden.

Das AugeEs ist jedoch nach Belieben und bei genügender Meditationserfahrung auch möglich, die Meditation noch zu erweitern. In diesem Fall würdest Du, wenn alle bisherigen Schritte getan sind, die Gesamtheit der zehn Punkte mit dem fünften Element, Geist, assoziieren. Dieses Element ist in den anderen vier enthalten und ist so (in einer Dreiecksform) ebenfalls mit Deinem Körper identisch. Diese zusätzliche Betrachtungsebene vertieft die Meditation. Daraufhin konzentrierst Du Dich auf den mittleren Punkt des Tetraktys - dieser ist verbunden mit dem Energiezentrum kurz unter dem Bauchnabel, das auch als Hara-Punkt, unteres Tan Tien oder Sitz des Ch'i bekannt ist. Bedecke diese Stelle mit beiden Händen. Ein Punkt in der Mitte eines Dreiecks? Hier paßt eine weitere Assoziation sehr gut hinein: das Auge in der Pyramide, das Du mit Deinen Händen geschlossen hältst. Nimm die Hände weg und öffne das Auge.

Bei was auch immer Du im nun folgenden Zustand erlebst, solltest Du beachten, daß Du durch das offene Auge viel Energie verlierst. Es ist deshalb wichtig, daß Du nicht darin zurückfällst, Dich selbst als meditierenden Menschen zu sehen, sondern die Identifikation mit dem aus den Elementen bestehenden Tetraktys bzw. Universum aufrechtzuerhalten, damit es nicht die eigene Energie ist, die Du abgibst. Ansonsten: genieß die Show.

Beende die Meditation langsam. Es kann sinnvoll sein, jeden Schritt einzeln in umgekehrter Reihenfolge zu wiederholen.

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