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Kleine Astrale Evokation

Diese ungewöhnliche Evokationsmethode ist nur im weiteren Sinne ein Ritual, da die eigentliche magische Arbeit fast vollständig auf die astrale Ebene beschränkt bleibt. Sie erfordert eine Trance von erheblicher Intensität, sowie eine recht schwer zu erreichende Zustände der Wahrnehmung, zu deren Erreichen keine rituellen Mittel explizit vorgegeben sind, und ist damit eindeutig eine magische Praktik für Fortgeschrittene und Profis. Außerdem befindet es sich momentan im Stadium der Erprobung und wird möglicherweise im Laufe der Zeit noch abgeändert werden. Wie dem auch sei, für experimentierfreudige Magier ist es möglicherweise interessant, weil es durch seine einfache und kaum mit Symbolen arbeitende Struktur in der Funktionsweise durchschaubar und verständlich ist. Da die folgende Evokation für Anfänger sowieso nicht geeignet ist, wird auf ausführliche Erklärungen verzichtet.

Der Magier begibt sich in tiefe Trance und sucht das Wesen, das er evozieren möchte, auf der Astralebene auf. Er stellt sicher, daß es der folgenden Prozedur vollkommen zustimmt. Wenn nicht bereits bekannt, bringt er einen Namen und einen Siegel des Wesens in Erfahrung - sie sind die wichtigsten Symbole für die folgende Operation.

Falls der Magier, wie im folgenden erklärt werden wird, das Wesen invozieren möchte, ist es auch unabhängig von jeder Ethik nicht empfehlenswert, es zur Zusammenarbeit zwingen zu wollen.

Wenn das erfolgreich geschehen ist, teilt der Magier seine Aufmerksamkeit auf und nimmt gleichzeitig das Wesen und die Verbindung zwischen dessen Position und der physischen Welt wahr. Letztere sieht er als eindeutig markierten Weg zwischen dem Aufenthaltsort des Wesens und dem Punkt, an den er es evozieren will. An den Zielpunkt visualisiert er das Siegel, während er den Namen ruft, vibriert, singt o.ä., bis das Symbol mit seiner Bedeutung klar und deutlich wahrnehmbar ist.

Das Symbol an sich muß mit den astralen Sinnen wahrnehmbar und seine Bedeutung als intuitives Wissen dem Magier klar und bewußt sein. Letztlich nimmt der Magier in einer einzigen, umfassenden Wahrnehmung gleichzeitig das Wesen, den Punkt an den es gerufen werden wird und den Weg dazwischen wahr. So wird eine Form, ein Muster geschaffen, in dem der folgende Energiefluß stattfindet.

Nun invoziert der Ausführende nacheinander verschiedene astrale Energien, Prinzipien, Sphären oder Wesen, mit denen das zu evozierende Wesen in Kontakt steht und von denen es Kraft bekommen kann. Das können beispielsweise im Rahmen einer Hierarchie übergeordnete Wesen (die der Evokation zustimmen), die Ursprungssphäre des Wesens insgesamt, verwandte Sphären aus anderen magischen Systemen oder ganz allgemeine Kraftquellen wie das Chaos oder das Ch'i sein. In der Rolle jeder der invozierten Kräfte leitet der Magier astral Kraft in das Wesen mit dem Ziel und der Ausrichtung, es sich manifestieren zu lassen.

Wie das konkret vor sich geht, ist zu stark von den gewählten Kräften und individuellen Vorstellungen des Magiers abhängig, als daß hierfür genauere Anweisungen gegeben werden könnten.

Schematischer Ablauf der EvokationAlternativ dazu kann der Magier die unterstützenden Energien anrufen, anstatt sie zu invozieren, und sie bitten (oder ihnen befehlen), dieses Kraftgeben auszuführen. Jedoch wird, soweit möglich, eine Invokation normalerweise wirksamer sein. In jedem Fall ist es sehr wichtig, den unterstützenden Energiefluß so zu leiten, daß er dauerhaft (bis zum Ende der Evokation) wirkt und das Wesen ständig mit Energie versorgt!

Damit ist sowohl der Weg festgelegt als auch ein Antrieb gegeben und die eigentliche Evokation beginnt.

Nun hat der Magier wiederum zwei Möglichkeiten. Entweder invoziert er das gewünschte Wesen und führt es so den festgelegten Weg entlang in die physische Welt, oder er evoziert es in traditioneller Weise "von außen", indem er von der physischen Welt aus das Wesen den Weg entlang zum Ziel ruft. In letzterem Fall sind spontan zu wählende physische Ritualelemente wie Rufen, lockende Gesten oder das Nachzeichnen des Siegels als Unterstützung des Manifestationskonzeptes angemessen. Wenn der Magier das Wesen invoziert, muß er sich ohne diese Hilfsmittel die Präsenz der physischen Welt schrittweise bewußt machen und dabei die Invokation beibehalten, was eine recht anspruchsvolle Aufgabe ist. In beiden Fällen ist es wünschenswert, so gut als möglich sowohl die magische Verbindung zwischen Ausgangs- und Zielort des Wesens als die kraftgebenden Verbindungen mit den unterstützenden Energien ununterbrochen im Bewußtsein zu behalten.

Wenn das Wesen in der physischen Welt angekommen ist, wird wie bei "normalen" Evokationen üblich verfahren, inklusive Danksagung, Bannung usw. Da kaum physische Ritualelemente verwendet werden, ist es schwieriger als bei normalen Evokationsmethoden, physische Sichtbarkeit zu erreichen. Die Wirksamkeit der letztendlich gewünschten magischen Effekte ist davon jedoch nicht betroffen.

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